Seeking Patterns

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SEEKING PATTERNS
10:06 min, 2019
Video with sound
Single screen projection

Seeking patterns drückt bereits im Titel die analytische Suche einer Formensprache aus, womöglich aber auch Formen als Sprache, als klinisches Zwiegespräch.
In formaler Strenge spiegelt sich die wesenhafte Nähe von Körperlichkeit und Geometrie. Ein indifferenter Horizont wird zur Staffage perforierter Grafiken. Epische Bildflächen, zerschnitten von klaren und pinselstrich-brüchigen Linien wie vagen Gebilden. Von der soghaften Wirkung trennt den Betrachter nur der Vordergrund, die unsichtbare Oberfläche, über die optische Zirkel und scharfkantige Rechtecke dominieren. Gegenläufige Bildbewegungen schieben sich ohne starre Achse oder Fluchtpunkt ineinander und schaffen eine Schwerelosigkeit aus co-existierenden Antinomien, Simultanereignissen oder schwindelnden Parallelwelten.

In weichen, fragilen Farben entsteht nicht nur ein imaginärer Raum, sondern eine fiktive Intimität, oder vielleicht die Agonie organischer Obszönität und geometrischer Brutalität. Unmissverständlich eine Erwiderung des Menschlichen auf eine abstrakte Realität. An der Bruchstelle, wo sich beinah widersetzliche Oberflächenstrukturen begegnen, die kühne Ahnung eines pornographischen Voyeurismus. Kreise, Linien, Raster – die den Blick verstellen und so selbst zum Objekt werden. In der virtuellen Szenerie verbindet sich der scharfe Kontrast zwischen Konkretem und Abstraktem fast irritierend harmonisch. Prothesen – eine Perücke, ein statischer Mund – konterkarieren als Schablonen die surreale Räumlichkeit die von abstrusen Körpern bewegt wird, zu einer virtuellen Collage. Durch die Anomalie schimmert die Animalie – Ikonen des Tierischen und Beseelten zwischen dem sich eine Maschine dreht.

Episodisch erzählt Dagmar Schürrers Video von Gegensatzpaaren, die gerade durch ihr Aufeinandertreffen transparent werden. Es scheinen volatile Facetten der Logik des Ästhetischen zu sein, das viele bekannte und doch unbekannte Gesichter zu haben scheint. Das bizarr Repetitive eines Musters wird zur Konfrontation mit der bloßen Form. So subtil diese Anspielungen sich geben, so bildgewaltig entfaltet sich die assoziative Kraft darin. Kühl poetisch und trügerisch steril. Dagmar Schürrer seziert mit chirurgischer Präzision idealisierte Normierungen und plastische Exotismen. Zum Vorschein kommt die verführerische Fragilität ästhetischer Gleichnisse.